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Doping! Ein Thema, von dem man eigentlich gar nichts hören will und das einem in unserer Sportart zum Glück auch eher selten begegnet. Heute allerdings ist es mal wieder Zeit für zwei Meldungen von der medizinischen Front.
Ich gebe freimütig zu: Ich habe heute schon gedopt! Als ich heute Morgen mit Schnupfen, erkältungsbedingten Schmerzen und leichtem Fieber aufgewacht bin, habe ich zu Aspirin Complex gegriffen. Genau für diese Symptome ist das Medikament, das man rezeptfrei in jeder Apotheke bekommt, laut Verpackung gedacht. Was viele jedoch (noch) nicht wissen: Aspirin Complex mit dem Wirkstoff Pseudoephedrin steht (neuerdings wieder) auf der Liste der verbotenen Substanzen. Als aktiver Sportler hätte ich das nicht nehmen dürfen.
Und das ist die erste Meldung: Zum 1. Januar 2010 trat die neue Verbotsliste der WADA, der World Anti-Doping Agency, in Kraft. Sportler, Eltern, Trainer und Funktionäre sollten da in jedem Fall mal reinschauen. Die Liste der verbotenen Substanzen, hilfreiche Erläuterungen sowie alles Wissenswerte rund ums Thema (Anti-)Doping kann man bei der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) finden. Besonders interessant: Die NADA gibt auch einen Überblick über die erlaubten Medikamente.
Dass Doping nicht nur ein Problem der Radfahrer und Leichtathleten ist, zeigt die zweite Meldung: Während der Europameisterschaft im Herbst 2009 in Vila do Conde wurde die 20-jährige Alisa Usmanova, Unterfrau des weißrussischen Seniorentrios, positiv auf Furosemid getestet. Das gab heute die FIG bekannt. Furosemid führt laut Wikipedia zur "Ausscheidung großer Mengen von Gewebeflüssigkeit. (...) Im Sport wird es als Maskierungsmittel eingesetzt, da es hilft eventuell vorhandene Spuren von eingenommenen Dopingmitteln aus dem Körper auszuschwemmen, weshalb es auf der Dopingliste zu finden ist."
Folgerichtig wurden dem Trio die zwei bei der EM gewonnenen Medaillen wieder aberkannt. Im Mehrkampf rückt damit das englische Trio auf Bronze nach, in Balance Ukraine auf Silber und Belgien auf Bronze. Zudem verhängte das zuständige Gremium der FIG eine einjährige Wettkampfsperre für Usmanova, die zum 27. Januar 2010 in Kraft trat.
Fast vier Monate nach der Europameisterschaft muss jedoch die Frage erlaubt sein, warum die Bestrafung dieses Doping-Vergehens so lange auf sich warten ließ. Wer nimmt denn diese Enthüllungen jetzt noch groß zur Kenntnis? Jeglicher Bezug zum Ereignis ist schon längst futsch.
Vor drei Jahren stand Doping-Sünderin Usmanova übrigens gemeinsam mit ihren Partnerinnen auch schon beim Acro Cup in Albershausen auf der Matte. Besonders ihre eindrucksvolle Interpretation von Schwanensee im Rahmen der Balance-Übung dürfte vielen Zuschauern im Gedächtnis geblieben sein. |
Kommentare
Hat jemand schon einmal von ihr eine Info erhalten, oder über aktuelle Details Auskunft bekommen?
Das wäre doch einfacher als der lange Weg über den Bundesverband, den Landesverband und den Verein.
Dann muss ich wohl den Fehler in den eigenen Reihen suchen und meine Kritik am Verband abschwächen.
Danke für die Info!
Einerseits gut und vorbildlich --> Danke für den Hinweis!
Andererseits:
Klar steht das irgendwo...bei der NADA und der WADA stand das bestimmt auch schon lange. Wenn das allerdings irgendwo steht sehe ich das nicht als einen informativen Hinweis an die betroffenen Sportler.
Womit wir wieder beim mündigen Sportler wären!
Wäre es nicht wünschenswert...nein eigentlich schon zwingend notwendig, dass betroffene Sportler, die bei der NADA registriert sind, eine Änderung der "Verbotenen Substanzen" vom eigenen Verband schnellstmöglich erfahren?!?!?!?!
Einen Monat nach Einführung einer neuen Verbotsliste dies auf einer unabhängigen Seite zu lesen macht mir Sorgen.
Sicherlich sollten wir auch mündige Sporlter sein, aber von Seiten des Verbandes wäre eine Info sicherlich angebracht gewesen. Schließlich ist es (unter anderem) auch in deren Interesse, dass die eigenen Sportler nicht wegen einer lächerlichen Erkältung einen positiven Dopingbefund (und somit eine Sperre) erhalten.