Nationalmannschaft zur WM 2022 in Baku

| 6. Februar 2022 | 3 Comments
Offizielles Logo der WM 2022 in Baku

Der Deutsche Sportakrobatik Bund hat mit etwas Verspätung jetzt doch noch seine Nominierung für die Weltmeisterschaft 2022 in Baku (Aserbaidschan) veröffentlicht. Zum ersten Mal ist die Age Group 11-16 nicht mehr im WM-Programm, für die verbleibenden Age Groups 12-18 und 13-19 sowie die Senioren schickt Deutschland 37 Sportlerinnen und Sportler in 14 Formationen ins Rennen. Die Wettkämpfe der Senioren finden vom 10. bis 13. März statt, die der Age Groups bereits vom 3. bis 6. März.

Emil Weiß und Hermine Fuckel

Besondere Beachtung gebührt sicherlich der Nominierung des Mixed Paares Emil Weiß und Hermine Fuckel vom TuS Hellersdorf bei den 12-18-Jährigen, auch weil sie (wie diesmal auch Albershausen und Kassel) die obligatorische Dresden-Hoyerswerda-Riesa-Mergelstetten-Oldenburg-Phalanx so angenehm unterbrechen. Ein einziges Mal war der Verein aus dem Osten Berlins bis dato vom DSAB zu einer internationalen Meisterschaft berufen worden: Vor knapp 20 Jahren, damals noch unter Cheftrainer Reinhard Tietz, konnte das Damenpaar Nancy Schmidt und Dana Ringel bei der Junioren-EM 2003 in Polen mit dem achten Platz das erste und bislang auch letzte internationale Ausrufezeichen für Hellersdorf setzen. Spätestens mit Beginn der 10er-Jahre spielte Hellersdorf in der Folge dann aber selbst auf nationaler Bühne keinerlei Rolle mehr. Jetzt hat Nachfolger André Schatz, der übrigens viele Jahre die deutsche Sportakrobatik medial auf und mit sportakrobatik.de begleitete, aus Sicht des DSAB offenbar wieder ein Paar von internationalem Format geformt. Gratulation in die Hauptstadt!

Gina de Vivo und Lea Petri

Ebenfalls mindestens erwähnenswert sind die Nominierungen von Gina de Vivo und Lea Petri vom TSGV Albershausen sowie Aelita Schelhorn, Christina Lust und Diana Lust vom SV Mergelstetten, nicht zuletzt weil wir sie bei den World Games im Juli in Birmingham (USA) wiedersehen dürften (Albershausen) bzw. könnten (Mergelstetten).
Hintergrund: Die Olympischen Spiele der Nicht-Olympischen Sportarten – nur für die Altersklasse Senioren – sind alle vier Jahre der absolute Höhepunkt des Wettkampfkalenders. In den Disziplinen Mixed Paar, Damenpaar und Herrengruppe hat Deutschland einen Startplatz bei den World Games sicher, bei den Damengruppen rücken wir unter Umständen noch nach. Lediglich bei den Herrenpaaren war der DSAB beim Qualifikationswettkampf, der WM 2021 in Genf, nicht vertreten und hat somit keinerlei Chance auf ein Ticket. Von der Teilnahme und dem Abschneiden Deutschlands bei den World Games hängt die Finanzierung des DSAB in den nächsten vier Jahren ab.
Das Besondere am Duo aus Albershausen, das übrigens bereits seit 2018 zusammen trainiert: In der höchsten Alters- und Leistungsklasse sind die beiden jetzt zum allerersten Mal überhaupt vom DSAB in die Nationalmannschaft berufen worden. Statt behutsam über die Jugend- und Juniorenklasse an die Senioren herangeführt worden zu sein, geht es für die beiden direkt auf die ganz große Bühne. Ein Sprung ins kalte Wasser…
Und fürs Trio aus Mergelstetten geht es zumindest ins tiefe(re) Wasser (als nötig): Vom Alter her dürften sie noch bei den Jüngsten, den 12-18-Jährigen starten, werden aber gegen die Besten ab 15 Jahren antreten.

Die Nationalmannschaft im Überblick:

Senioren

Damenpaar:
Gina de Vivo und Lea Petri, TSGV Albershausen

Herrenpaar:
Tobias Vitera und Albrecht Kretzschmar, Dresdner SC / SC Riesa

Mixed Paar:
Daniel Blintsov und Pia Schütze, SC Riesa / SC Hoyerswerda

Damengruppe:
Aelita Schelhorn, Christina Lust und Diana Lust, SV Mergelstetten

Herrengruppe:
Vincent Kühne, Tom Mädler, Danny Ködel und Ben Ködel, Dresdner SC

Delegationsleiter: Bernd Hegele
Teammanager: Hannes Schenk
Trainer: Igor Blintsov, Petra Vitera, Celine Caro, Nina Blintsov und Todor Kolev
Kampfrichterinnen: Gabi Fuchs und Stefanie Caro Ortiz
Physiotherapeutin: Kathleen Nürnberger

13-19 Jahre

Damenpaar:
Johanna ter Haseborg und Mia Ohlsen, SG Schwarz-Weiß Oldenburg

Damengruppen:
Lisa Konrad, Finia Kaminski und Laura Konrad, SVH Kassel
Anna Jesse, Mareike Kott und Liese Lemke, Dresdner SC / MSV Bautzen

Herrengruppe:
Carl Frankenstein, Aaron Borck, Pascale Dressler und Andreas Benke, Dresdner SC

12-18 Jahre

Damenpaar:
Josi Jando und Liora Ebnet, SC Hoyerswerda

Mixed Paare:
Alexander Minevskiy und Greta Drost, SC Hoyerswerda
Emil Weiß und Hermine Fuckel, TuS Hellersdorf

Damengruppen:
Tara Engler, Tia Gazsi und Henriette Gille, SC Hoyerswerda
Flora Jesse, Paula Teichmann und Pauline Fuchs, Dresdner SC / MSV Bautzen

Delegationsleiter: Sascha Kohn
Teammanager: Hannes Schenk und Christiane Karczmarzyk
Trainer: Igor Blintsov, Katharina Bräunlich, Sergej Jeromkin und Aleksandr Hauk
Kampfrichter: Olga Mehlhaff und Albert Jung
Physiotherapeutin: Kathleen Nürnberger

Die FIG trägt alle Infos zur WM aktuell hier (Senioren) bzw. hier (Jugend und Junioren) zusammen.

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Category: WM 2022 in Baku

Comments (3)

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  1. Kathrin sagt:

    Lieber Sebastian,

    sicherlich ist online von seitens DSAB mehr los, als vor einiger Zeit. Es ist aber auch klar, dass diese Leistung auf Instagram und Facebook von einem Externen geleistet wird und nicht durch den DSAB selbst! Weiterhin sollte jedem auch klar sein, dass die sehr späte Bekanntgabe und geringe Wertschätzung der Teilnehmenden aus gutem Grund geschah. Ist doch die Nominierung wieder ein Zeichen, dass einiges schief läuft an der Spitze. Sicherlich sind Formationen dabei, die Deutschland sehr gut vertreten werden, aber ein großer Teil doch eher aus der Not heraus nominiert wurde. Hieß es nicht vor gar nicht allzu langer Zeit noch, wir schicken nur die Besten zu einer WM/EM und Deutschland muss im oberen Feld wieder besser mitspielen?! Dies ist nicht gelungen! Und wie immer muss man sich die Frage stellen, warum man gute Akrobaten verliert.
    Wie kann es sein, dass Formationen starten, die an keiner DM teilnehmen? Die, wenn sie teilnehmen, teilweise eine geringe Wertung erhalten? Wie kann es sein, dass die Nominierung zur WM längst geschehen war, aber gesagt wird, dass eine Deutsche Meisterschaft entscheidet?! Wie kann es sein, dass Formationen, die Jun1 oder Jun2 wären, im schwierigem Seniorenbereich starten müssen?! Wieso wird eine Laura K., die wahrscheinlich seit sie laufen kann Akrobatik betreibt, sich hart einen Titel bei den World Games erkämpft, nicht mit aller Macht seitens des DSAB unterstützt? Wieso wird kein Partner öffentlich mit allen Mitteln gesucht und statt dessen einem Paar, welche diese Leistung auf Seniorenniveau derzeit nicht bringt, auf die internationale Bühne geschickt? (Nichts gegen die Sportler, aber wenn man so als Bundestrainer und DSAB nominiert und agiert, muss man sich Kritik gefallen lassen). Anstatt einer Sportlerin wie Laura zu zeigen, die mehr wie alles für die Akrobatik getan hat, dass sie unterstützt wird, versuchte man in Dresden mit einer körperlich angeschlagenen Selima und einem Erfurter Untermann ein Damenpaar zu erschaffen, wo schon vorher klar war, dass dies niemals gelingen wird. Warum verdammt nochmal erfährt ein erfolgreicher Sportler so wenig Wertschätzung?!! Wieso ist ein Bundestrainer einmal wöchentlich in Dresden zum trainieren? Deutschland besteht aus mehr wie einer Stadt. Es gibt Vereine die haben den Bundestrainer noch nie in ihrer Halle begrüßen dürfen! Warum passiert sowas und warum wird dies nicht in Frage gestellt?

  2. Sebastian Schipfel sagt:

    Hi Manuel,
    gerne! 🙂
    In Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit des DSAB muss ich sagen: Ja, rund um die Nominierung ist es schlecht gelaufen, das wurde ja sogar eingeräumt. Und auch grundsätzlich geht es natürlich immer und überall noch besser – und das sollte auch das Ziel sein. Dennoch: Ich finde, der DSAB leistet derzeit online und auf Social Media (Infos, Berichte, Fotos, Promo…) solide Arbeit! Das ist keineswegs selbstverständlich und kann schon mal gesagt werden… 🙂
    LG, Sebastian

  3. Manuel Karczmarzyk sagt:

    Danke, Akrobastisch, dass endlich ein Artikel über die Nationalmannschaft und Teilnehmende des DSAB für die WM in Baku veröffentlicht wurde!
    Der Beauftragte für Öffentlichtlichkeitsarbeit hält dies offensichtlich nicht für notwendig.
    Kein Wunder: es ist ja auch kein Teilnehmende von den Freunden aus dem hohen Norden – seinem Verein dabei. Andernfalls wäre das längst geschehen!

    Unfassbar – passt aber in die Reihe selstsamer Auffälligkeit. Dem DSAB als Ganzes kann kein Vorwurf gemacht werden!

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