„Disco Pogo“ auf dem Wagnershof

| 24. August 2010 | 1 Comment

Disco auf dem Wagnershof

Schwarzlicht, Nebelmaschine, Lasershow, Bowle und natürlich viel laute Partymusik: Zur Premiere der Kinderdisco auf dem Wagnershof hatten es die Freizeitbeauftragten um Sascha Kohn richtig krachen lassen und den Jungviehstall in harter Arbeit zu einer einzigartigen Location umfunktioniert. Und wo früher die Kälber blökten, tanzten ab 19 Uhr die Sportakrobaten ausgelassen zu den Atzen, dem roten Pferd, dem Cowboy und dem Indianer und natürlich dem Fliegerlied.

Aber eigentlich waren die überwiegend jungen Akrobaten aus Württemberg, Bayern und Thüringen ja nicht zum Feiern, sondern zum Trainieren auf den Wagnershof gefahren, wo der Württembergische Sportakrobatik Verband bereits zum 23. Mal seine Akro-Jugendfreizeit veranstaltete: Mindestens drei Stunden täglich schwitzten (bzw. zu Wochenbeginn: froren) die Kinder im Training. Vor allem am Montag und Dienstag pfiff der Wind so scheußlich kalt durch die offene Halle, dass die Stimmung auf dem Wagnershof schon leicht in den Keller ging. Da musste selbst der Spaßmacher vom Dienst Heiko Hoffmann bei der Essensausgabe alle Register ziehen, um die gute Laune wieder herzustellen. Aber es wäre nicht Super-Heiko, wenn ihm das nicht mit links gelungen wäre. Mit seinem unendlichen Repertoire an Witzen und Sprüchen wie zum Beispiel „Willst Du ein normales Brötchen, ein Sesambrötchen und ein Brötchen mit Geschichten für Blinde drauf?“ (gemeint sind natürlich Mohnbrötchen) zauberte er auch dem verfrorensten Kind wieder ein Lachen ins Gesicht.

Temperatur hin, offene Halle her: An den mindestens drei Stunden Training täglich war nicht zu rütteln, viele Akrobaten wurden von ihren Trainern sogar zu zwei Trainingseinheiten am Tag verdonnert. Warmer Tee und heiße Suppe, viele Klamotten und ein Heizpilz, an dem man sich in der Halle wenigstens ab und zu aufwärmen konnte, machten es an den ersten Tagen wenigstens halbwegs erträglich. Svetlana Käßler nutzte die ungewohnt viele Zeit, um mit den Kindern ausgiebiges Grundlagentraining mit Ballett (Beweglichkeit, Spannung), Tanz (Ausdruck, Rhythmus) und Individualakrobatik zu absolvieren, das bei vielen augenscheinlich im alltäglichen Training zu kurz kommt. Anschließend studierten dann Todor Kolev, Volker Jaumann und die Heimtrainer mit den Kindern neue Elemente ein oder feilten an der Optimierung der bisherigen Pyramiden und Salti. Mit zwei Longen, acht Mattenläufern, einer Sprungbahn und einer Airtrackbahn ist die äußerlich so karge Halle gar nicht schlecht ausgestattet. Viele finden hier bessere Trainingsbedingungen vor als im heimischen Turnsaal. Zum Abschluss jeder Trainingseinheit quälte Sascha die Akrobaten dann immer noch mit einem ausgiebigen Kraftprogramm bis zum „dreifachen Muskelkater“. Schließlich sollten die Kleinen ja abends erschöpft auf die Luftmatratze fallen und schnell einschlafen…

Auch in der trainingsfreien Zeit wurden die Kids rundum beschäftigt: Basteln, Maisfeld-Labyrinth, Wagnershof-Olympiade mit vielen spannenden Spielen, Kino, zweimal Lagerfeuer und wie schon gesagt Kinderdisco. Langeweile Fehlanzeige! Einmal ging es zum Relaxen ins Ellwanger Wellenbad. Natürlich konnten es auch dort die Akrobaten einfach nicht lassen und bauten im Schwimmbecken Pyramiden und sprangen waghalsige Saltos. Die restlichen Gäste waren begeistert und der Bademeister engagierte die Akrobaten sofort für einen erneuten spontanen Wasser-Auftritt im nächsten Jahr. Dann bei kostenlosem Eintritt!

Mit den Suhlern, die trotz Schule wieder für einige Tage angereist waren, kam ab Mittwoch auch das gute Wetter und zum Ende der Woche wurde es dann noch richtig sommerlich heiß. Wagnershof at its best!!!

Wagnershof 2010

Die Akro-Jugendfreizeit 2010 in Ellwangen war wieder einmal richtig super, was insbesondere an dem tollen Team liegt, das hier jedes Jahr aufs neue zehn Tage lang alles gibt, um den Kindern ihren Aufenthalt auf dem Wagnershof so schön und unvergesslich wie möglich zu machen. Es sind zu viele gute Geister, um sie jetzt namentlich aufzuzählen, aber alle haben ein ganz großes Dankeschön verdient. Bei dieser Crew ist wirklich jedes Problem, sowohl die kleinen als auch die großen Wehwehchen in den besten Händen!!! Und wenn es mal gar keine andere Möglichkeit gibt, bekommt der Patient vom Heinz Kaufmann einfach ein „richtig starkes und gefährliches“ Placebo, „bei dem man wirklich aufpassen muss, weil das ganz schön auf den Kreislauf gehen kann“. Und siehe da: Essig auf Zucker wirkt Wunder!

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Category: Training

Comments (1)

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  1. Heiko sagt:

    Und auch hier nochmal danke danke an dich Schnippfel

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