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Deutsche Herren schlagen Russland!
Dienstag, 25. August 2015

Deutsche Herren schlagen Russland!

Tim Sebastian und Michail Kraft (Dresden / Riesa) haben am vorvergangenen Wochenende den Volkov Cup im russischen Veliky Novgorod gewonnen und dabei zwei russische Senioren-Herrenpaare hinter sich gelassen. Allerdings war das Duo, das Russland in wenigen Wochen bei der Europameisterschaft in Riesa vertreten wird, vermutlich nicht darunter.

Am Wettbewerb nahmen Sportakrobaten aus Aserbaidschan, Deutschland, Georgien, Israel, Moldawien, Kasachstan, der Ukraine, Weißrussland und natürlich Russland teil.

Neben Tim und Michail hatten gemeinsam mit Bundestrainer Igor Blintsov und Kampfrichterin Sabine Zado noch Sarah Arndt, Anika Liebelt und Johanna Schmalfuß die Reise ins 200 Kilometer südlich von St. Petersburg gelegene Veliky Novgorod angetreten.

Das Trio vom Dresdner SC belegte in der Altersklasse 12-18 Jahre den vierten Platz hinter Russland, Kasachstan und Georgien. Nach der Sommerpause hatten sie aber auch nur eine einzige Woche Vorbereitungszeit. Da wollte und konnte noch nicht alles perfekt klappen. Trotz "kleiner Schusselfehlerchen" in Tempo und in Kombi zweimal nach Saltos "Landungen nicht wie gewohnt" (Facebook) war der Bundestrainer sehr zufrieden. Am besten lief es in Balance mit 27 Punkten.

Das Herrenpaar trat zwei Wochen nach der Sommerpause unter anderem gegen die beiden Russen Aleksandr Andreev und Pavel Andreev an, die letztes Jahr den Sachsenpokal gewonnen hatten. Und auch das zweite russische Duo war mit über 11 Punkten Schwierigkeit nicht von schlechten Eltern. "Beide Paare waren sehr gut und uns in der Schwierigkeit überlegen. Aber in Technik und Artistik haben wir sie immer geschlagen", berichtet Tim Sebastian.

Wie viel nun aber beispielsweise die 28,71 Punkte für Tim und Michail in Balance tatsächlich wert sind, ist für Tim schwer einzuschätzen: "Innerhalb des Wettkampfes war das Niveau auf jeden Fall konstant und die Wertungen berechtigt, es kann aber schon sein, dass es bei der EM für die gleiche Übung zwei bis drei Zehntel weniger gibt. Es war ein Freundschaftsturnier."

"Bis zur EM wollen wir in Tempo noch die Schwierigkeit voll machen und auf 10 Punkte erhöhen. Unser Ziel ist eine Medaille. Am größten ist die Chance sicher in Balance. Natürlich müssen wir zuerst überhaupt einmal die Einzelfinals erreichen, das wird schon schwer genug", sagt Tim. Elf Herrenpaare aus acht Nationen sind gemeldet, jeweils sechs Nationen ziehen in die kleinen Finals ein.

Gegen welches russische Paar Tim und Michail bei der EM werden antreten müssen, war nicht herauszufinden und bleibt eine große Unbekannte. Fest steht nur, dass Alexey Dudchenko und Konstantin Pilipchuk, die in den letzten Jahren das Gold-Abo innehatten, ihre Karriere nach der WM 2014 beendet haben.

 
Wie laufen die EM-Vorbereitungen?
Freitag, 14. August 2015

Europameisterschaft 2015 in RiesaIn exakt sechs Wochen ist der erste Wettkampftag der Europameisterschaft 2015 in Riesa. Ich habe mich bei Frank Schöniger, Chef der Sportakrobaten des SC Riesa, nach dem Stand der Vorbereitungen erkundigt.

Die Zuschauer und Teilnehmer dürfen sich auf einige Highlights freuen:

"Wir haben einen wahnsinnigen Zulauf, die Teilnehmerzahlen sind extrem hoch. Vor allem in den Age Groups 11-16 und 12-18. Ein letzter Zwischenstand lautete rund 160 Formationen, aber das ist noch nicht definitiv. In jedem Fall werden es nochmal bedeutend mehr Sportler als in Portugal 2013", sagt Schöniger.
Das ist vor allem ein Problem fürs Training, denn die UEG hat in der ersten Woche nur einen einzigen Tag fürs Podiumstraining vorgesehen (Donnerstag, den 24. September), an dem dann aber auch alle auf die Wettkampffläche wollen und müssen. Die Wettkämpfe werden zumindest an den beiden Tagen der Qualifikation jeweils von 9 bis 21 Uhr andauern. Der Workplan soll schon bald veröffentlicht werden.

"Dann freut uns wahnsinnig, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière zur offiziellen Eröffnung kommt." Diese wird am 25. September zwischen 14 und 15 Uhr - also mitten im Wettkampf - stattfinden.

Außerdem wird es einen Livestream geben. "Jack Welten macht das." Dann läuft der Stream auch!

 
Baku-Fazit: Olympia noch nie so nah gewesen
Montag, 22. Juni 2015

Baku-Fazit: Olympia noch nie so nah gewesen

Die Europaspiele in Aserbaidschan sind (für die Sportakrobaten) schon wieder Geschichte. Es war großartig! Baku war der erhoffte Meilenstein für unsere Sportart.

Noch nie waren wir Olympia so nah. Im doppelten Sinn: Zum einen hat Baku mit unglaublich viel Aufwand und Professionalität für olympisches Flair gesorgt. Eröffnungsfeier, Athletendorf, Sportstätten, Rahmenprogramm, Organisation, Logistik usw. versprühten weit mehr als nur einen Hauch von Olympia. Als Teilnehmer, Funktionär oder auch Fan einer nicht-olympischen Sportart fliegt man regelrecht angefixt nach Hause und will unbedingt auch mal "echte" Olympische Spiele miterleben.

Zum anderen hat sich die Sportakrobatik hier in Baku hervorragend präsentiert und garantiert viele neue Unterstützer gewonnen: Bei den anderen (Turn-)Sportarten und deren Fans, bei Fotografen, Journalisten und durch sie auch in der Öffentlichkeit. Ich habe ausschließlich positive Resonanz auf unsere Sportart gehört. Beim Mehrkampf-Finale war EOC-Präsident Patrick Hickey da und ehrte höchstpersönlich die Mixed Paare. Das ist in etwa, wie wenn Sepp Blatter den Tischfußball-Weltmeister kürt.