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Türchen 8: Vorstellung weiterer Nominierter für die Wahl zur Formation des Jahres 2016
Donnerstag, 08. Dezember 2016

von Lisa Marie Hempel

Nominiert für die Wahl zur Formation des Jahres 2016: Gina Lee Nickler und Pia Schütze (SC Hoyerswerda)
Trainer: Sergej Jeriomkin

zweifache Deutsche Meister (Junioren 1) in Balance und im Mehrkampf

Gina Lee Nickler und Pia SchützeFür Gina Lee Nickler und Pia Schütze aus Hoyerswerda geht im Dezember ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 zu Ende. Anfang des Jahres durften sie als Teil der Nationalmannschaft mit ins chinesische Putian fahren. Ein paar Wochen später holten die beiden (zwei Altersklassen höher als sie in China starteten) bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren 2 den Viezemeistertitel in der Balance-Übung und im Mehrkampf.

Einen großen persönlichen Erfolg errangen die beiden beim Internationalen Maia Cup in Portugal, als sie den zweiten Platz mit nach Hause nehmen konnten.

Auf nationaler Ebene lieferten sich die beiden im Verlauf des letzten Jahres immer wieder einen harten Kampf mit Nicole Boxler und Sophie Kirschner aus Friedberg. Siegreich aus diesem Duell hervorgehen konnten sie vor heimischem Publikum, als sie bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren 1 in Hoyerswerda den Meistertitel im Mehrkampf und den Titel in der Tempo-Übung gewannen. Beide Paare kann man im Moment zur sehr kleinen, aber richtig guten Spitze der deutschen Sportakrobatik zählen. Älter und etwas erwachsener wirken für mich oft Gina und Pia, was gut ins Bild passt, denn die beiden Hoyerswerdaer Damen steigen nächstes Jahr in die Altersklasse Junioren 1 auf, während Nicole und Sophie noch ein weiteres Jahr in der Jugend verbleiben können.

Gina Lee Nickler und Pia SchützeMit dem Aufstieg in die Altersklasse Junioren 1 werden auch im nächsten Jahr neue Herausforderungen auf Gina und Pia zukommen. Darauf freuen sich die beiden. Sie wollen zielstrebig trainieren, um für die Europameisterschaft - für sie der Höhepunkt im nächsten Jahr - nominiert zu werden.

Sportakrobatik trainieren die beiden schon länger als sie denken können. Begonnen haben sie schon vor ihrer Schulzeit. Sie sagen, dass sie schon zu dieser Zeit von der Sportakrobatik infiziert wurden und sie sich seitdem nicht mehr von ihr lösen konnten. Es macht ihnen Spaß, neue Dinge, Elemente und Choreografien auszuprobieren und zu perfektionieren. Mir erklärten sie: "Wir glauben, man muss schon ein bisschen besessen sein, gepaart mit Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und vor allem Vertrauen. Dann kann man vieles erreichen."

Ihr größtes Vorbild ist ihr Trainer Sergej, denn er lebt für die Sportakrobatik. Er ist es auch, bei dem die beiden sich besonders bedanken wollen, weil er sie zu solchen Höchstleistungen angespornt hat.

Über die Unterstützung ihrer Choreografin Anna Matyskina, ihrer Freunde, Lehrer, Bekannten und Sponsoren sowie natürlich vor allem ihrer Familien sind sie sehr dankbar. Ihnen möchten sie sagen: "Bleibt bitte alle weiter so enthusiastisch und liebt die schönste Sportart der Welt!" Akrobatische Grüße an alle senden auf diesem Weg Gina und Pia.

 

Nominiert für die Wahl zur Formation des Jahres 2016: Jasmin Meyer, Lena Jasef und Leonie Zado (Dresdner SC)
Trainerin: Luise Zscheile

zweifache Deutsche Meister (Jugend) in Tempo und im Mehrkampf

Jasmin Meyer, Lena Jasef, Leonie ZadoFür Jasmin, Lena und Leonie brachte das Jahr 2016 große Höhepunkte, aber auch einen Abschied. Im März ging es für die drei vom Dresdner Sportclub nach China zur Weltmeisterschaft, bei der sie Deutschland als einziges Jugendtrio vertreten durften und Platz 13 mit nach Hause nehmen konnten. Bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend in Mainz holten sie sich den Gesamtsieg und den Sieg in der Tempoübung. Den ersten Platz in Balance verschenkten sie durch einen Zeitfehler an ihre Vereinskolleginnen Lea Gellner, Celine Nikol und Saskia Meyer sowie an die punktgleiche Dreiergruppe aus Pfungstadt mit Isabell Specht, Vanessa Rapp und Alida Dunkel.

Nach der Meisterschaft hieß es für die drei Abschied nehmen. Für Jasmin steht nach dem Ende ihrer schulischen Laufbahn, womit leider auch die sportliche Laufbahn zu Ende geht, erst einmal ihre berufliche Zukunft im Vordergrund: Sie hat im August dieses Jahres eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten begonnen. Lena trainiert seitdem in einer Dreiergruppe mit Saskia Meyer und Celine Nikol, während Leonie zurück nach Riesa gegangen ist, um dort als Untermann eine Dreiergruppe zu unterstützen.

Jasmin Meyer, Lena Jasef, Leonie ZadoVorbilder suchten sich Jasmin und Lena vor allem im eigenen Verein, so sahen sie immer zu ihren Vereinskolleginnen Sarah Arndt, Anika Liebelt und Johanna Schmalfuß auf. Leonie kann sich vor allem für die russische Sportakrobatik begeistern. Fasziniert hat alle drei an der Sportakrobatik immer, dass verschiedene Alterskassen zusammen turnen und der Teamgeist eine entscheidende Rolle spielt. Ich wünsche Leonie und Lena, dass sie in ihren neuen Formationen ebenso ein Vertrauen ineinander aufbauen können wie sie es in ihrer alten Formation hatten.

Bedanken wollen sich Jasmin, Lena und Leonie vor allem bei ihren Eltern, die sie immer unterstützt haben, sie psychisch gestärkt und finanziell all ihre Vorhaben möglich gemacht haben. Ein ebenso großer Dank geht an ihre Trainerinnen Luise Zscheile und Petra Vitera, welche sie akribisch auf die WM 2016 in China vorbereitet haben.

Das Motto der Dresdner Cheftrainerin Petra Vitera lautet: Gewonnen und verloren wird zwischen den Ohren! Gerade weil Jasmin, Lena und Leonie durch alle Höhen und Tiefen gemeinsam gegangen sind und doch immer ihre beste Leistung bei Wettkämpfen gezeigt haben, weil sie zusammenhalten, würden sie sich zum Ende ihrer gemeinsamen Laufbahn über Eure Stimme für sie bei der Wahl zur Formation des Jahres 2016 freuen.

 
Türchen 7: Vorstellung weiterer Nominierter für die Wahl zur Formation des Jahres 2016
Mittwoch, 07. Dezember 2016

von Lisa Marie Hempel

Nominiert für die Wahl zur Formation des Jahres 2016: Tim Sebastian und Michail Kraft (Dresdner SC / SC Riesa)
Trainier: Igor Blintsov

WM-Finalisten (Senioren): Platz 6
dreifache Deutsche Meister (Senioren)

Tim Sebastian und Michail Kraft

Was macht die Sportakrobatik so besonders? Eine Frage, die ich allen Anwärtern auf den Titel "Formation des Jahres 2016" gestellt habe... Für Tim und Michail ist es "die Einzigartigkeit der Verbindung zwischen Tanz, Musikgefühl und technischen Elementen." Für die beiden ist Vertrauen wichtig und das Agieren im Team, wozu für sie auf jeden Fall auch der Trainier gehört.

Zusammen mit ihrem Trainer Igor Blintsov sind Tim Sebastian vom Dresdner Sportclub und Michail Kraft aus Riesa 2015 zu unseren Helden geworden, als sie bei der Europameisterschaft in Riesa Bronze bei den Senioren holten. 2016 erreichten sie bei der Weltmeisterschaft in China das Finale der Senioren und schafften es mit ihrem sechsten Rang, Deutschland einen Platz für die World Games zu sichern. Neben diesem Erfolg sind Tim und Michail vor allem stolz auf ihren dritten Platz, den sie dieses Jahr beim Maia Welt Cup in Portugal erreichen konnten. Einen weiteren persönlichen Erfolg erreichten die beiden beim Zolotov Cup 2016 in Russland, als sie im Mehrkampf die 85-Punkte-Marke knackten.

Tim Sebastian und Michail Kraft

2017 haben Tim und Michail viel vor: Höhepunkt sollen die World Games im Juli im polnischen Wroclaw sein. Dort wollen sie um einen Platz im Finale der besten Vier kämpfen. Außerdem wollen die beiden zur EM ihre Bronzemedaille von 2015 verteidigen. Bis dahin wird noch fleißig versucht, die eigene Leistung zu steigern. Das soll den beiden gelingen, indem sie die Schwierigkeiten noch etwas erhöhen und daran arbeiten, ihre Elemente noch sauberer im Wettkampf zu präsentieren. Deshalb freut sich das deutsche Herrenpaar neben allen internationalen Highlights - auch in der Welt-Cup-Serie wollen Tim und Michail um Podestplätze kämpfen - genauso auf die Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr, die im Rahmen des Turnfests in Berlin stattfinden wird.

Ein großes Dankeschön richten Tim und Michail an Igor Blintsov, den sie für die Erfolge im letzten Jahr hauptverantwortlich machen und ihre Choreografin Inna Atazhanova für ihre Unterstützung. Weiterhin sind sie sehr dankbar über die finanzielle Unterstützung von Seiten ihrer Vereine und auch der Sponsoren, denn ohne diese Gelder hätten Tim und Michail gar nicht so viele Reisen unternehmen und Erfolge sammeln können. Als letztes bedanken sich die beiden beim Publikum, das sie in Deutschland, aber auch im Ausland immer lautstark unterstützt. "Daher auch an Euch alle ein ganz großes Dankeschön und wir würden uns über dieselbe Unterstützung im nächsten Jahr wieder freuen. Sportliche Grüße aus der Turnhalle von Tim und Michail!"

 

Nominiert für die Wahl zur Formation des Jahres 2016: Lena Waschulewski, Lisa Müller und Xenia Bartel (SC Hoyerswerda)
Trainer: Sergej Jeriomkin

dreifache Deutsche Meister (Junioren 2)
dreifache Deutsche Meister (Senioren)

Lena Waschulewski, Lisa Müller und Xenia Bartel

Lena, Lisa und Xenia aus Hoyerswerda sind die Abräumer des letzten Jahres. Nach der Teilnahme an der WM in China sicherten sich die drei alle Deutschen Meistertitel sowohl in der Altersklasse Junioren 1 als auch bei den Senioren.

Als ich die drei gefragt habe, warum sie als Formation besonders sind, antworteten sie mir sehr bescheiden: "Wir können gar nicht direkt sagen, was uns besonders macht. Vielleicht sind es unsere Elemente oder unsere Artistik, aber vielleicht ist es auch einfach die Tatsache, dass wir drei so gut zusammen harmonieren. Wir sind drei völlig unterschiedliche Charaktere, aber genau das macht uns aus." Dass die drei immer und überall als Team auf die Matte gehen, merkt man tatsächlich, denn genau das ist ihre größte Stärke. Sonst würden sie die Schwierigkeit in den Elementen - man denke nur an das vielbestaunte Video der drei von ihrer Standpyramide mit Auf- und Abgrätschen sowie anschließendem Abrutschen in den Spagat - genauso wie die Leichtigkeit in ihren Choreografien niemals so überzeugend darbieten können.

Lena Waschulewski, Lisa Müller und Xenia Bartel

Neben der Teamfähigkeit lehrt die Sportakrobatik Sportler noch viele andere Dinge wie Disziplin, Ausdauer und Ehrgeiz. Genau das ist ein Grund, weshalb Lena, Lisa und Xenia für die Sportakrobatik brennen: "Sie ist ein sehr großer Teil unseres Lebens. Man lernt viele neue Leute kennen, entwickelt neue Freundschaften... Die Zeit, die wir beim Training oder auch auf Wettkämpfen verbringen, schweißt Trainer und Sportler beinahe wie eine Familie zusammen. Da ist Begeisterung schon fast vorprogrammiert."

Begeistert sind die drei ebenfalls, ganz besonders Xenia, von ihren Vorbildern Katsiaryna Barysevich, Veranika Nabokina und Karina Sandovich, dem weißrussischen Trio, welches in Baku 2015 Bronze gewann. Sowohl die Artistik dieser Damengruppe als auch die von ihnen gezeigte Schwierigkeit lässt Lena, Lisa und Xenia immer wieder staunen.

Bedanken möchten sich die drei Hoyerswerdaer Damen bei ihrem Trainer Sergej Jeriomkin, ihrer Choreografin Anna Matyskina und ihrer Abteilungsleiterin Karin Fünfstück. Sie hätten den dreien, so erzählt es mir Lisa, in den letzten zwei Jahren so viel beigebracht und hätten es ihnen ermöglicht, zu vielen großen internationalen Wettkämpfen zu fahren. Genau aus diesem Grund waren die letzten zwei Jahre für alle drei die erfolgreichsten Jahre ihrer sportlichen Laufbahn. Dafür möchten Lena, Lisa und Xenia an dieser Stelle Danke sagen.

 
Türchen 6: Musik mit Gesang
Dienstag, 06. Dezember 2016

Türchen 6: Musik mit Gesang

von Lisa Marie Hempel

Ab 2017 treten mit dem neuen Code of Points eine Menge neuer Regeln und Regeländerungen in Kraft. Unter anderem neue Regelungen zur Musiklänge, eine erneute Begrenzung der Elemente und die Veränderung des Wertungssystems, bei dem der technische Wert von nun an doppelt ins Gewicht fällt, während der Schwierigkeitsvorwert an Gewichtung verliert.

In einer Welle von Weiterbildungen kamen Trainer, Kampfrichter und Funktionäre in ganz Deutschland zusammen, um diese Regeländerungen zu studieren und sie zu diskutieren, um schlussendlich ihre Schlüsse daraus zu ziehen und weiter oder neu zu planen.

Fern ab von all diesen sehr formalen Regeländerungen möchte ich heute darüber nachdenken, was sich für die Zuschauer ab 2017 ändert. Für mich ist die wohl wichtigste Änderung für die Zuschauer ab nächstem Jahr, dass man eine Übung zu Musik mit Gesang turnen darf.

Ich muss ehrlich sagen: Als ich zum ersten Mal von dieser Regeländerung hörte, war ich nicht sonderlich begeistert. Schnell hatte ich gedankliche Albträume von Übungen mit Charthitmusik, bei denen die Sportler stumm mitsingen und das Publikum laut mitgrölt. Oder - noch schlimmer - von Nico Richter und Emilia Litschauer aus Dobersberg (Österreich), die sich passend zu ihren Trachtenanzügen noch gesungene Schlagerlieder als Übungsmusik aussuchen...

Zum Sachsenpokal nutzten zwei deutsche Formationen die Gunst der Stunde, um als Erste in Deutschland überhaupt eine Übung mit Musik zu präsentieren. Nachdem ich diese beiden Übungen gesehen hatte, musste ich meine Meinung revidieren. Entgegen all meiner Befürchtungen und Vorurteile muss ich sagen: Wenn man eine clevere Musikauswahl trifft und die choreografische Umsetzung gut klappt, überzeugt mich die Idee von Musik mit Gesang wirklich.

Der Grund dafür war vor allem die Tempoübung von Daniel Blintsov und Xenia Mehlhaff. Eine Übung mit ausgefallener Musik und genialer Choreografie dazu. Ganz abgesehen davon finde ich, dass die beiden gut zusammen harmonieren, beide turnen sehr ausdrucksstark, da steht keiner dem anderen in etwas nach. Zusammen wirken die beiden viel erwachsener auf der Matte als früher Daniel mit Sneschana Sinkov - kein Wunder, denn Xenia ist nur zwei Jahre jünger als Daniel.

Nach den vielen Diskussionen rund um die Zusammenstellung dieses Mixed Paares kann ich den beiden nur wünschen, dass sie mit ihren ersten Auftritten alle Kritiker überzeugen. Mich haben Sie auf jeden Fall überzeugt. Ganz nebenbei entwickelt sich im Übrigen in Riesa auch aus Sneschana als Unterfrau zusammen mit Leonie Zado sicher eine vielversprechende Dreiergruppe.

Neben Daniel und Xenia zeigten auch Flora Sochor, Emilie Franzen und Alexa Krause eine Tempoübung mit Musik. Auch diese Musik habe ich vorher noch nie gehört und gerade das ist, denke ich, ein durchaus gutes Kriterium, um eine Musik mit Gesang auszusuchen. Denn genau dadurch umgeht man das Risiko, dass jeder die Musik mitsingen kann. Das hat den Vorteil, dass der Fokus weiterhin auf der Übung liegt, die geturnt wird, und nicht auf der Musik.

Wer die Übungen nicht gesehen hat oder sie sich noch einmal unter einem neuen Gesichtspunkt ansehen will, kann das hier tun: