Aus, Vorbei, Fertig, Ende, Schluss…

| 12. Oktober 2008 | 1 Comment

Eins hat die Weltmeisterschaft mit einer bayerischen oder deutschen Meisterschaft gemeinsam: Wenige Minuten nach der Siegerehrung werden auch schon die Matten aufgerollt und bald erinnert nichts mehr an den soeben zu Ende gegangenen Wettkampf.

Die Weltmeisterschaft 2008 ist Geschichte!

Der heutige Finaltag war mit Abstand der attraktivste Tag der letzten zwei Wochen: Die weltbesten sechs Formationen jeder Disziplin zeigten in einem rund vierstündigen Programm Akrobatik vom Feinsten. Die Zuschauer in der ausverkauften – allerdings kleinen – Kelvin Hall Arena waren begeistert.

Anfangs sah es so aus, als könnte die russische Vormachtstellung in der Sportakrobatik ins Wanken geraten. Sowohl bei den Damen- als auch bei den Herrenpaaren verpassten sie Gold. Dieses gewannen Weißrussland und die Ukraine. Wie schon bei der Europameisterschaft 2007 setzte sich das ukrainische Herrenpaar im Finale durch, nachdem den gesamten bishergien Wettkampf die Russen vorne lagen.

Mit dem letzten Platz in meinen Augen sehr schlecht weggekommen ist das chinesische Herrenpaar, das mit unglaublichen Schwierigkeiten aufwartete. Genannt sei da beispielsweise das Schaukeln aus dem Päcken per Diamidov direkt in die einarmige Fahne. Genial! Zugegebenermaßen wackelten und kämpften sie bei einem anderen Element deutlich, trotzdem hätten sie einen besseren Rang verdient.

Endgültig in einem Atemzug mit den großen Sportakrobatik-Nationen muss man ab jetzt wohl Belgien nennen: Sie zeigten, dass der Gewinn des Junioren-Europameistertitels im Mixed Paar 2007 kein Zufall war. Jetzt bei den Senioren gewann Belgien unter anderem Platz vier im Mixed Paar und Silber im Damenpaar. Gestern mit der Mannschaft wurden sie bereits dritte. Der aus der Ukraine stammende belgische Nationaltrainer scheint da ganze Arbeit geleistet zu haben.

Ab dem zweiten Durchgang aber war Russland zurück in der Spur und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Sie waren unschlagbar: Den Doppelsieg bei den Damengruppen und den Mixed Paaren sowie den Gewinn der Herrengruppen konnte die Konkurrenz nicht verhindern. Bei den Mixed Paaren schaffte es das amerikanische Duo aber immerhin, gemeinsam mit Russland auf Platz zwei zu landen.

Für mich die Szene des Tages: Eine der Unterfrauen des russichen Trios, das Silber gewann (zur Info: Das sind die, die auch in Suhl waren, aber mit neuer Oberfrau. Sie heißen: Stroynova, Loginova, Chistyakova) begegnete mir kurz nach der Siegerehrung zutiefst enttäuscht und weinend in den Katakomben der Halle. Das lässt tief blicken, wie da die Erwartungshaltung in Russland aufgestellt ist.

In den kommenden Tagen werde ich noch den ein oder anderen Nachbericht online stellen – und natürlich Bilder. Vorbeisurfen lohnt sich also weiterhin.

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Category: WM 2008 in Glasgow

Comments (1)

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  1. laura sagt:

    jetzt wo diese weltmeisterschaft vorbei ist möchte ich mich ganz doll für die super berichterstattung bedanken. mach weiter so sebastian!

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