WM in Putian: Tag 3 Senioren (mit Finale Damengruppen, Mixed Paare und Herrengruppen)

| 3. April 2016 | 0 Comments

Letzter Wettkampftag in Putian!

Zunächst wird uns der dritte und letzte Durchgang der Qualifikation am Vormittag in jedem Fall drei weitere deutsche Auftritte bescheren. Wenn Nikolai Rein und Sophie Brühmann auch nach der Kombi-Übung ihren aktuell achten Platz halten konnten, starten sie ab 16 Uhr (10 Uhr in Deutschland) ein weiteres Mal im Finale. Das Finale wird wieder live übertragen.

Für Deutschlands Damen- und Herrengruppe stehen die Chancen auf den Endkampf leider schlechter: Michelle Mausolf, Shirley Klier und Gofrahn Solh brauchen zwar „nur“ knapp sieben Zehntel auf Platz sechs gutmachen. Allerdings sind das gleichzeitig vier Nationen (USA, Portugal, Israel und Aserbidschan), die überholt werden müssten.

Zwischen unserer Herrengruppe (Johannes Belovencev, Alexander Jakovlev, Kirill Mill und Andreas Felker) und dem Finale steht zwar nur eine Nation, aber es sind fast viereinhalb Punkte Rückstand auf Bulgarien.

25,59 Punkte (8,25 in Artistik, 8,05 in Technik, 9,59 in Schwierigkeit, 0,3 Zeitfehler) für Nikolai Rein und Sophie Brühmann (Kombi). Na dann wollen wir mal hoffen, dass das fürs Finale reicht und nicht am Ende an diesem blöden Zeitfehler scheitert. Vermutlich gab es den bei der einarmigen Kugelvariation, da reichte Nikolai seiner Sophie für meinen Geschmack etwas zu früh wieder die Hand. Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind: Wie schon in Tempo der Schraubensalto-Überwurf und einmal Nachfassen bei der Landung im Handstand auf den Schultern. Alles in allem aber ein sehr schöner Auftritt, die Hand-Hand-Kombinationen kamen genau auf den Punkt. Wie schon in Balance dürfte der Aufgang in die Vorderbeuge auf dem gestreckten Arm gestrichen worden sein.

25,59 Punkte (8,45 in Artistik, 7,95 in Technik, 9,79 in Schwierigkeit, 0,6 Zeitfehler) für Michelle Mausolf, Shirley Klier und Gofrahn Solh (Kombi). Das reicht leider nicht fürs Finale. Trainerin Karola Mevius hatte gestern als Devise ausgegeben: „Heute machen wir den Einarmer auf jeden Fall. Wir haben nichts zu verlieren. Alles oder nichts!“ Daran hielten sich die Sportlerinnen auch, allerdings gelang der Einarmer auf der freien Spitzwinkelpyramide nicht wie erhofft. Gofrahns Rettungstat zum Ausbalancieren, der freie Arm senkrecht nach oben gestreckt, sieht auf dem Foto spektakulärer aus als das geplante Element. Aber es bleibt natürlich eine Rettungstat und ein viel zu kurzes Fixieren des einarmigen Handstandes, was die Kampfrichter hart bestraften.

21,97 Punkte (7,75 in Artistik, 5,85 in Technik, 9,17 in Schwierigkeit, 0,8 Abzug) für Johannes Belovencev, Alexander Jakovlev, Kirill Mill und Andreas Felker (Kombi). Leider ging die erste Pyramide ab und zu Bruch mit langer Wartezeit danach. Da war also noch einiges geplant. Die Landung nach dem Schraubensalto aus dem Coupé blieb leider auch nicht wie geplant im Karree. Sehr schade!

Endstand der Qualifikation:

Nikolai und Sophie: Platz acht (=Nationenwertung)
Im Finale gehen Nikolai und Sophie als drittes Mixed Paar auf die Matte.

Michelle, Shirley und Gofrahn: Platz zwölf bzw. Platz zehn in der Nationenwertung

Johannes, Alexander, Kirill und Andreas: Platz neun bzw. Platz acht in der Nationenwertung

Mannschafts-Weltmeister wird Russland vor Weißrussland und China. Deutschland belegt Platz neun noch vor Puerto Rico. Zehn der 21 Nationen am Start hatten eine Mannschaft gemeldet. Deutschland hatte sich auf das Herrenpaar, die Damengruppe und die Herrengruppe festgelegt. Es geht um die Platzierungen, nicht um die Wertungen.

 

Damit folgt jetzt noch ein letzter deutscher Auftritt, eine Zugabe, ein Bonus, eine Belohnung: Nikolai und Sophie im Finale der besten acht Mixed Paare der Welt.

Livestream Finale: www.youtube.com/watch?v=tdDGUJy2Sv4

Geplante Startzeit von Nikolai und Sophie: 16:40 Uhr

Bundestrainer Igor Blintsov ist bislang überaus zufrieden mit der Leistung des Paares. „Für die beiden trifft wirklich unser Schlachtruf zu: Gut wie nie! Ich finde, dass sich die beiden noch nie so stark auf einem Wettkampf präsentiert haben wie bei dieser Weltmeisterschaft. Ganz ruhig, so stabil. Schade um den Zeitfehler heute Vormittag in Kombi, ich habe den nicht gesehen.“

„Wie lautet der Plan fürs Finale?“, habe ich Württembergs Landestrainer Todor Kolev eben beim Eintreffen zum Finale gefragt: „Es gibt keinen Plan, denn unser Plan ist schon geschafft. Nikolai und Sophie haben es gegen ganz starke Konkurrenz ins Finale geschafft, ich bin absolut zufrieden. Die beiden haben in allen drei Übungen bislang sauber und souverän gearbeitet. Jetzt versuchen wir das nochmal im Finale, vielleicht können wir dann sogar noch wen überholen. Am ehesten wahrscheinlich Frankreich.“

Schlusspunkt und gleichzeitig absoluter Höhepunkt dieser Weltmeisterschaft wird übrigens der Auftritt der chinesischen Herrengruppe. Die brachte es heute Vormittag mit ihrer Kombi-Übung auf 30,39 Punkte bei einer irrwitzigen Schwierigkeitsnote von 12,59 Punkten.

Das ist das Kampfgericht im Finale der Mixed Paare:

  • CJP HOFFMANN Kerstin, GER
  • D1 KOWALCZYK-KAMINSKA Karolina, POL
  • D2 HELLEMANS Ward, BEL
  • A1 de SWAEF Inge, BEL
  • A2 GURBANOVA Irada, AZE
  • A3 SABERZANOVA Alla, UKR
  • A4 ROMANO Mia, AUS
  • AR1 VOLOBUEV Leonid, RUS
  • AR2 VINNITSKY Leonid, ISR
  • E1 TORRES-ROJAS Emil, PUR
  • E2 DEMIANENKO Alexander, RSA
  • E3 MAJEWSKA Katarzyna, POL
  • E4 IVANOV Nikolay, BUL
  • ER1 de MARE Cindy, NED
  • ER2 STEWART Trisha, USA

23,27 Punkte (7,85 in Artistik, 7,3 in Technik, 9,32 in Schwierigkeit, 1,2 Abzug) für Nikolai Rein und Sophie Brühmann (Finale). Ihr erstes Balance-Element (Knoten-Mexicanga mit Absitzen) mussten die beiden leider abbrechen. Ausgerechnet im Finale kommen dem Duo die Stabilität und Souveränität abhanden, für die sie vorgestern, gestern und heute Vormittag noch so gelobt wurden. Wer (nur) den Livestream vom Finale verfolgen konnte, hat nicht das Paar gesehen, das wir hier an den letzten drei Tagen erlebt haben. Schade! So bleibt es natürlich beim achten Platz, auf den die beiden aufgrund ihrer Leistungen in der Qualifikation trotzdem sehr stolz sein können. Das werden die beiden realisieren, sobald die Tränen über den Patzer im Finale mal getrocknet sind. Es gewinnt Russland vor Amerika und England.

Bei den Damengruppen siegte Russland vor China und Weißrussland.

Bei den Herrengruppen siegte China vor Israel und England.

 

Zum Abschluss noch die vielleicht wichtigste Nachricht: Die FIG hat soeben die Qualifikanten für die World Games 2017 bestätigt. Deutschland ist in der Disziplin Herrenpaar dabei. Der sechste Platz von Tim Sebastian und Michail Kraft hat also doch gereicht.

Und damit geht die 25. Sportakrobatik-Weltmeisterschaft 2016 im chinesischen Putian zu Ende. Nicht ohne Bankett natürlich…

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Category: WM 2016 in Putian

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