„All inclusive“ beim Warschau Cup

| 24. November 2009 | 11 Comments
Sauber Sohlen: Hessen und Rheinland-Pfälzer beim Gruppenbild in Warschau

Internationaler Wettkampf für lau: Unmöglich? Offenbar doch nicht! Beim ersten Warschau Cup in Polen galt am letzten Wochenende tatsächlich „all inclusive“: Ein super Hotel, alle Mahlzeiten und sogar die obligatorische Party – all das gab es zum Nulltarif. Nicht mal Startgeld musste man entrichten. Die Organisation war großartig, kein Wunsch blieb unerfüllt. Lediglich für die Reisekosten mussten die Gäste selbst aufkommen.

Wie geht das? Den polnischen Ausrichtern ist es offenbar gelungen, zahlreiche Sponsoren für die Veranstaltung zu gewinnen, die alle Kosten übernahmen. Das zeigte sich auch bei der Siegerehrung: Für die Gewinner gab es ein Handy von LG, die Zweitplatzierten bekamen immerhin noch eine Uhr von Swatch und die Dritten eine Marken-Sporttasche.

Unter diesen Umständen schmerzt es ja dann nicht ganz so sehr, wenn am Wettkampf selbst nicht alles hundertprozentig nach Plan läuft: Der in der Ausschreibung angekündigte Mannschaftswettbewerb wurde kurzer Hand gestrichen und auch die Altersklasse der Junioren wurde zur Überraschung aller nicht ausgetragen: Die Junioren mussten bei den Senioren mitspielen. Die Ergebnisse sind insgesamt wohl eher zweitrangig.

Aus Deutschland waren neun Formationen aus sechs Vereinen in die polnische Hauptstadt gereist: Albershausen, Baunatal, Hofherrnweiler, Kassel, Mainz und Pfungstadt. Und auch international waren mit Aserbaidschan, Bulgarien, Litauen, Polen, Russland, Tschechien und der Ukraine zahlreiche Nationen vertreten, von denen allerdings die meisten nur die zweite oder dritte Garde schickten.

Barbara Nüß, Kelly Binczyk und Nina SeehAbschied von der internationalen Bühne

Ihren letzten internationalen Auftritt absolvierte beim Warschau Cup die Pfungstädter Damengruppe Barbara Nüß, Kelly Binczyk und Nina Seeh. Zum Jahresende ist dann endgültig Schluss. Das bestätigten die drei bereits auf der Deutschen Mannschafts-Meisterschaft in Weißenburg. Wer Babsi, Kelly und Nina nochmal in Aktion sehen will, muss sich sputen. Zweimal werden sie noch auf regionalen Wettkämpfen in Hessen auf die Matte gehen und das war's dann! Der endgültige Abschied beim Hessenpokal am 12. Dezember vor eigenem Publikum in Pfungstadt wird sicher eine sehr emotionale Angelegenheit.

Babsi studiert bereits in Düsseldorf und kann schon seit Wochen nur noch selten in Pfungstadt trainieren. Nina geht zudem im nächsten Frühjahr für drei Monate nach Peru. Die weitere sportliche Karriere wäre ohnehin nicht einfach geworden, denn Nina hat für eine Oberfrau schon eine sehr stattliche Größe. Der fällige Wechsel zu den Senioren wäre sicher nicht leicht geworden.

Der deutschen Sportakrobatik geht damit ein tolles Trio verloren, das sich in den letzten Jahren zu einer echten Attraktion auf nationaler Ebene gemausert hat. Mit dem Deutschen Junioren-Meistertitel im Mehrkampf krönten die drei in diesem Jahr ihre gemeinsame Karriere. Seit 2006 ging das Trio außerdem (zunächst mit Lisa Polster, ab 2008 mit Kelly Binczyk) bei jeweils zwei Welt- und Europameisterschaften für Deutschland an den Start.

Die Ergebnisse

Nun aber doch noch kurz zu den Ergebnissen aus Warschau: Jeder Teilnehmer ging nur ein einziges Mal mit seiner kombinierten Übung auf die Matte. Janina Hiller und Sophia Müller aus Albershausen mussten sich einmal mehr den Europameisterinnen aus Aserbaidschan geschlagen geben und holten Silber. Eine weitere Medaille gab es für das Mixed Paar Marcel Becker und Janina Huck (Baunatal). Bei den Trios war die Gruppe aus Hofherrnweiler mit Sandra Stoll, Sabrina Hegele und Sophie Brühmann am erfolgreichsten. Sie wurden vierte.

Alle weiteren Resultate gibt es in der Siegerliste. Darin sind allerdings nur die Disziplinen mit deutscher Beteiligung enthalten. Die restlichen Ergebnisse:
Herrenpaare: 1. POL, 2. RUS, 3. UKR, 4. BUL, 5. RUS, 6. POL, 7. POL, 8. LIT, 9. LIT.
Herrengruppen: 1. UKR, 2. POL, 3. UKR.

Die Mainzerinnen Julia Patruna, Nadine Schek und Dana Saiko wollen betont wissen, dass sie nicht gestürzt sind, grob gepatzt haben oder ähnliches, auch wenn die Techniknote von 7,8 das vermuten lässt. Das Kampfgericht hatte wohl insgesamt am Samstag nicht seinen besten Tag und gab mehrere Wertungen heraus, die für allgemeines Unverständnis sorgten.

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Category: Turniere

Comments (11)

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  1. D sagt:

    Ich würd mal sagen Foto: Dana Saiko

  2. Kelly sagt:

    Ohje.. wer weiß was wir uns zusätzlich noch aus Polen eingefangen haben, wir haben fast alle Fieber.. Hier nochmal Gute Besserung!

  3. Akropat sagt:

    Stimmt, der hessischen Ligawettkampf wurde abgesagt. Wegen Schweinegrippe!

    "Nachdem nun auch Sportler und Sportlerinnen des Hessischen Sportakrobatik Verbandes an der Schweinegrippe erkrankt sind und zwei Vereine aus diesem Grund nicht mehr in der Lage sind eine Mannschaft für den Ligawettkampf am 28.11.2009 zu entsenden, hat sich der HSAV Liga-Ausschuss dazu entschlossen den Ligawettkampf am 28.11.2009 abzusagen.

    Der 4. Ligawettkampf wird am 12.12.2009 in den Hessenpokal integriert." (www.hsav.de)

  4. Tanja sagt:

    Wichtig ist auch noch das deutsche Konkurrenzpaar ist aus BAUNATAL nicht aus kassel !!!

  5. Kelly sagt:

    Übrigens, man kann uns nur noch ein Mal sehen. Der Liga Wettkampf am Samstag in Ndr.- Liebersbach wurde, so weit ich weiß, abgesagt.
    Nur noch der 12.12.09..

  6. Kelly sagt:

    Der Wettkampf an sich war nicht so berauschend, aber alles drum herum hat gestimmt! War echt super mit euch allen!!!!!!! 😥

  7. Luper sagt:

    Wo ist das Problem? Ich würde sagen, dass da intern doch noch nach Altersklassen getrennt wurde… War das russische MxP zufällig Junioren? Also so würde ich das verstehen. GRZ

  8. Marcel Becker sagt:

    Ich hab mir mal den Bericht der schwäbischen Post durchgelesen. Vielleicht kann mir jemand beim Ordnen und Korrigieren der folgenden Sätze helfen:

    In der Disziplin Gemischtes-Paar, Altersklasse Senioren, startete von der Startgemeinschaft Celine-Feliz Caro Bauder ( TSV Dewangen) und Michael Stoll (TSG Hofherrnweiler-U.). Die zwei meisterten ihren Auftritt sehr gut und holten sich hinter Bulgarien und dem deutschen Konkurrenzpaar aus Kassel einen hervorragenden dritten Platz. In der Gesamtwertung bedeutete das am Ende Platz vier.

  9. Lothar Körber sagt:

    Ein Supertoller Wettkampf alles war bestens organisiert wie Schipfel schon richtig schreibt "All Inclusive" es hat viel Spass gemacht in Polen man sah wirklich tolle Einheiten tolle Sportakrobatik und unsere Deutschen Starter waren alle wirklich toll.Das Kampfgericht war sehr streng zu allen Deutschen Einheiten.

  10. Sebastian Schipfel sagt:

    Ergänzend dazu die Berichterstattung der Ostälbler:
    http://www.schwaebische-post.de/454956/

  11. Julia sagt:

    hahhah nett von dir Schipfel 🙂

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