Bayern setzt auf Leistungssport

| 26. November 2009 | 3 Comments
Bayern setzt auf Leistungssport

Der Bayerische Sportakrobatik Verband (BSAV) beschloss unlängst einige neue Austragungsmodalitäten für die Bayerische Meisterschaft. Diese sind ab sofort gültig, sollen also bereits bei der Bayerischen Meisterschaft am 6. März 2010 in Eggolsheim umgesetzt werden.

Die interessantesten Beschlüsse

1. Die Bayerische Meisterschaft wird auch zukünftig für alle Klassen an ein einem einzigen Tag durchgeführt. Bestrebungen wie in diesem Jahr, zwei getrennte Wettkämpfe beispielsweise für Nachwuchs- und Vollklasse auszutragen, werden nicht mehr unternommen. In diesem Jahr konnte zu den gewünschten Terminen kein zweiter Ausrichter gefunden werden.

2. Es werden auf der Bayerischen Meisterschaft keine Starts mehr in der Kategorie Breitensport sowie der Grundstufe A und B des WeNa-Programms zugelassen. Das hat folgende Gründe:

Bayerischer Sportakrobatik Verband–> Die Bayerische Meisterschaft dient der Vorbereitung auf Deutsche Meisterschaften sowie der Nominierung des Bayernkaders für die Mannschafts-Meisterschaften (Nachwuchs, Schüler & Jugend, Junioren & Senioren). Beides ist für Breitensport sowie die Grundstufe A und B nicht relevant.
–> Die Kategorie Breitensport wurde in diesem Jahr als Auffangbecken genutzt. Sportler, die den Leistungsanforderungen nicht gerecht werden, treffen auf Sportler, die nicht in die nationalen Altersklassen passen. Eine Vergleichbarkeit ist nicht gegeben.
–> Starter der Grundstufe A und B haben mit dem Weidener Anfängerturnier, Breitensportler beispielsweise mit Freundschaftsturnieren wie in Kersbach oder dem Gutenbergpokal in Mainz immer noch die Möglichkeit, sich zu präsentieren.
–> Das Niveau der Bayerischen Meisterschaft wird durch den Wegfall dieser Kategorien höher.
–> Ebenso wird die Bayerische Meisterschaft dadurch zeitlich gestrafft.
–> Die Trainer sollen dazu angehalten werden, ihre Formationen so zu trainieren und aufzubauen, dass sie in den „echten“ Leistungsklassen antreten können.

Zur Information: In diesem Jahr starteten in der Kategorie Breitensport elf Formationen aus den Vereinen Augsburg, Kersbach und Weißenburg und fünf Formationen aus Weiden, Eggolsheim und Kersbach in der Grundstufe A. In der Grundstufe B ging niemand an den Start.

Kommentiert:

Eins geht mir beim besten Willen nicht in den Kopf: Im Präsidium des BSAV sitzen mit Werner Schollweck, Silke Michalk, Bettina Hübner, Daniela Nistler und Heike Hovanjec fünf aktive Trainer genau der Vereine, die als einzige im Breitensport angetreten sind. Trotzdem wird diese Disziplin abgeschafft. Einstimmig! Die fünf Genannten hätten im Präsidium des BSAV sogar die absolute Mehrheit… Die Trainer beraubten ihre eigenen Sportler der Startmöglichkeit an der Bayerischen Meisterschaft.

Zurzeit scheint im BSAV nur der kurzfristige Erfolg zu zählen: Wer im jeweiligen Sportjahr nicht für einen Einsatz mit dem Bayernkader in Frage kommt, interessiert nicht. Ich bin geradezu überrascht, dass im Zuge der neuen Reformen nicht auch gleich die Disziplin Podest abgeschafft wurde, die für manche im BSAV ja ohnehin rein gar nichts mit Sportakrobatik zu tun hat. Aber: Jeder Sportakrobat, der jetzt oder in Zukunft gerade mal nicht in die „echten“ Leistungsklassen passt und durch diese Anti-Wertschätzung vergrault wird, ist für die Sportakrobatik insgesamt, aber auch für den BSAV einer zu viel. Er könnte ja schließlich einmal doch noch einmal in den Landeskader aufrücken, wichtige Erfolge für den Verband erringen oder dem BSAV sonst irgendwie nützlich sein. Das scheint mir nicht ausreichend berücksichtigt worden zu sein.

Der richtige Weg wäre meiner Meinung nach gewesen, den steigenden Teilnehmerzahlen mit zwei Bayerischen Meisterschaften gerecht zu werden. Ein Wettkampftermin für Schüler und Junioren, ein anderer für Jugend und Senioren. Da können dann Formationen, die das entsprechende Alter haben, sogar zweimal antreten. Die zusätzliche Wettkampferfahrung wird sich spätestens bei der nächsten Deutschen Meisterschaft auszahlen! Nach württembergischem Vorbild sollte dann an beiden Terminen die Nachwuchsklasse (WeNa) ausgetragen werden. In drei oder vier Jahren wird der Verband so dastehen, wie er heute seinen Nachwuchs fördert. Bei zwei Meisterschaften im Jahr hätte man auch genügend Zeit, die zugegebenermaßen nachrangigen Disziplinen Breitensport sowie Grundstufe A und B auszutragen.

Übrigens: Diese Meinung habe ich nicht exklusiv. Mehrere Fachleute erklärten mir in Gesprächen, dass sie das sehr ähnlich sehen.

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Category: Regionales

Comments (3)

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  1. Dani sagt:

    Mei, überzeugen? Da gibt es halt unterschiedliche Meinungen. Die ein oder andere Aussage hat schon auch recht, so ist es ja nicht. Ich wollte nur klar stellen, dass ich nicht für die Abschaffung der B-Klasse war. Und hier keine Unwahrheiten auf der Seite stehen.
    Ich denke halt, so ein paar B-Klasse Starter tun nicht weh und sind dabei als Notlösung oftmals besser als gar nichts.

  2. Sebastian Schipfel sagt:

    Liebe Dani. Wirklich schade, dass Du (und offenbar auch Werner) auf der entsprechenden Sitzung nicht anwesend warst. Vielleicht hättest Du ja die anderen überzeugen können.

  3. Dani sagt:

    Wenn ich hier schon an den Pranger gestellt werde, möchte hier öffentlich klar stellen, dass ich der Abstimmung der B-Klasse nicht zugestimmt habe. Ich selbst finde es nämlich sehr schade, weil wir einfach im täglichem Training damit konfrontiert sind, dass nicht alles so ins Raster passt, wie es laut Regeln sein muss. Irgend eine Chance müssen auch Sportler haben, bei denen es (teils vorrübergehend) nicht passt. Den Vorschlag von Sebastian finde ich nicht schlecht.

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